Häufig gestellte Fragen

Fragen über die (Gratis)zahnspange:

 

Wer kommt für die Gratiszahnspange in Frage?

Patienten unter 18 Jahren mit einer schweren Zahnfehlstellung (IOTN Grad 4 oder 5) 

Wie erfahre ich, ob meine Zahnfehlstellung Grad 4 oder Grad 5 ist?

Ganz bestimmte Kriterien sind dafür ausschlaggebend. Ein Beratungstermin beim Kieferorthopäden wird Klarheit schaffen.

Welche Art von Zahnspange wird im Rahmen der Gratiszahnspange von der Krankenkasse übernommen?

Für die Hauptbehandlung (Behandlung von Kindern und Jugendlichen, welche bereits alle bleibenden Zähne haben) wird die Verwendung von Metallbrackets vorgeschrieben. Wünscht sich der Patient Keramikbrackets oder eine Behandlung mit einer unsichtbaren Zahnspange, so sind die Kosten vom Patienten zu tragen.

Für die interzeptive Behandlung (=Behandlung von jüngeren Kindern, welche auch noch Milchzähne im Mund haben) können je nach Fehlstellung herausnehmbare oder fixe Zahnspangen zum Einsatz kommen. 

Ist es nicht immer besser zu warten, bis alle bleibenden Zähne da sind, bevor eine Behandlung begonnen wird?

Das hängt von dem Problem ab. Bei manchen Fehlstellungen (Kreuzbiss weil der Oberkiefer ist zu schmal ist) ist es ideal, bereit im Alter von 7-9 Jahren zu behandeln. In diesem Alter lässt sich der Oberkiefer gut dehnen, die ideale Basis für die bleibenden Zähne wird geschaffen, die natürliche Weiterentwicklung des kindlichen Gebisses wird unterstützt. In anderen Fällen ist es wichtig, dass der Patient sich noch im Wachstum befindet, zb bei einer Unterkieferrücklage. Dann ist es günstig, dass der Patient während seines pubertären Wachstumsschubes behandelt wird, auch wenn er zu diesem Zeitpunkt noch den einen oder anderem Milchzahn im Mund hat.    

In einigen Fällen ist es in der Tat sinnvoll zu warten, bis alle bleibenden Zähne da sind. Der optimale Startzeitpunkt kann für jeden Patienten individuell bei einem Beratungsgespräch abgeklärt werden. 

Wie lange dauert die Behandlung?

Das hängt von der Art und dem Ausmaß der Zahnfehlstellung ab. Eine „interzeptive Behandlung“, also eine Behandlung von jüngeren Kindern, dauert üblicherweise zwischen 1 und 1,5 Jahren.

Die „Hauptbehandlung“, also die Behandlung von älteren Kindern und Jugendlichen, welche schon alle bleibenden Zähne haben, dauert meistens 2-3 Jahre. 

Bleiben die Zähne nach der Behandlung gerade?

Nach jeder kieferorthopädischen Behandlung ist es notwendig, die Zähne festzuhalten, damit sie sich nicht wieder zurückbewegen können. Dies kann entweder festsitzend oder herausnehmbar geschehen. Ein festsitzender Retainer ist ein dünner Draht, welcher innen von Eckzahn zu Eckzahn an die Schneidezähne geklebt wird. Dieser kann ein leben lang im Mund bleiben. Alternativ können auch durchsichtige, herausnehmbare Schienen über Nacht getragen werden. 

Ist die Behandlung schmerzhaft?

Nein. In den ersten Tagen nach dem Kleben der Zahnspange tritt ein leichtes Spannungsgefühl auf den Zähnen auf. Die moderne Kieferorthopädie arbeitet mit sehr leichten Kräften, dadurch hält sich die Spannung in Grenzen. Anfangs können auch die Brackets etwas an den Wangen scheuern, da kann man sich mit weichem Wachs (bekommt man vom Kieferorthopäden seines Vertrauens) abhelfen, welches auf die störenden Stellen aufgebracht wird. Dadurch ist die Oberfläche des störenden Teiles weich abgedeckt, und die Wange kann sich langsam an die neuen Gegebenheiten im Mund gewöhnen.  

Wie oft muss man zur Kontrolle kommen?

Das variiert je nach Behandlungsphase. Gewöhnlich ca. alle 4-8 Wochen. 

Können die Zähne durch die Zahnspange „kaputt“ werden?

In einem gesunden, gepflegten Mund sind Schäden an den Zähnen äußerst unwahrscheinlich. Es ist allerdings wichtig, die Zähne während einer Zahnspangenbehandlung gut zu pflegen. Durch die festsitzenden Elemente im Mund bleiben Beläge oder Nahrungsmittelreste leichter hängen. Am Beginn der Behandlung wird dem Patienten üblicherweise gezeigt, wie er seine Zähne unter den neuen Umständen und „trotz“ Zahnspange gut reinigen kann. 

Gibt es die Möglichkeit, Zähne auch ohne einer festsitzenden, sichtbaren Zahnspange zu begradigen?

Ja. Es gibt eine ästhetische, komfortable Alternative in Form von durchsichtigen Schienen(zb. Invisalign®). Diese werden Tag und Nacht getragen (außer zum Essen und zum Zähneputzen). Alle 2 Wochen wechselt der Patient seine Schienen. Die Schienen rücken die Zähne nach und nach in die gewünschte Position.